schreiben kann schon schwierig sein - Die Antwort von #Tele2

veröffentlicht um 28.01.2012, 11:10 von Peter Georgi   [ aktualisiert: 28.01.2012, 12:40 ]
Ob sich nun einiges überschnitten hat, ich will es nicht ausschliessen, oder nicht, offenbar ist Kundenkommunikation wahrlich nicht unbedingt eine Stärke von Telekommunkationsunternehmen. Gestern kam sie, die Antwort von Tele2 mit Datum 19.01.2012. Offenbar auf mein Schreiben vom 30.12.2011.
Verwirrend war schon einmal der Betreff:

"Ihr Schreiben vom 11.01.2012"

Bitte, welches Schreiben vom 11.01.2012? Ich hatte ein Schreiben am 30.12.2011 abgesendet, welches nach meinen Recherchen und mir vorliegenden Nachweisen am 12.01.2012 als Einschreiben entgegen genommen worden ist. Dieses Schreiben vom 30.12.2011 ist am 30.12.2011 um 16:29 Uhr als e-Maileingang von Tele2 bestätigt worden. Auch gab es ein Schreiben vom 15.01.2012, welches per e-Mail am 15.01.2012 um 14:49 Uhr als eingegangen bestätigt wurde. Dieses Schreiben vom 15.01.2012 bezog sich auf ein Schreiben vom 11.01.2012, welches Tele2 versendet hatte.
Also bitte, lieber Tele2-Kundenservice-Mitarbeiter: Um welches Schreiben handelt es sich?

Ich bin einmal so frei und nehme an, dass es sich um das Schreiben vom 30.12.2011 handelt und der Kundendienstmitarbeiter nur im Kalender irrte. Im Schreiben vom 30.12.2011 wurden 3 Fragen gestellt. Interessant sind die erteilten oder auch nicht erteilten Antworten auf diese Fragen.

zu Frage 1:

Diese Frage wurde überhaupt nicht beantwortet. Mit keiner einzigen Silbe ist auf diese Frage überhaupt eingegangen worden. Darf der Kunde dies als stillschweigende Zustimmung werten? Wenn ja, dann hiesse das, der Servicemitarbeiter bestätigt, dass der Kunde es in aller Regel nicht wert ist, Antworten auf Fragen zu bekommen und Bestätigungen zu Vertragsänderungen auch auf Anforderung nicht sofort zu erhalten.

zu Frage 2:

Die Antwort ist lapidar. Call-Center typisch. 

"Wir bestätigen Ihnen die Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit am 24.11.2012. Wenn Sie vorzeitig den Anbieter wechseln, haben Sie kein außerordentliches Kündigungsrecht. Mehr dazu finden Sie in unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen."

O.K. daher die Berechnung. Aber warum kommt die Bestätigung erst jetzt? Wie gesagt, eigentlich Frage 1.

zu Frage 3:

Dem Antwortschreiben vom 19.01.2012 fügte man ein Schreiben mit Datum vom 24.11.2010 bei. In diesem Schreiben wurde ein "Tele2 SorglosTarif" bestätigt.Dieses beigefügte Schreiben trägt nicht den Zusatz: Kopie und ist von daher sicherlich auch juristisch als Original anzusehen. Warum wird eine solche Bestätigung erst am 19.01.2012 - also nach über einem Jahr - dem Kunden zugestellt ? Denn ein solches Schreiben kam zuvor nie an. 
Ebenso interessant und kennzeichnend für die Sorgfältigkeit des Tele2 - Kundenservice halte ich den einleitenden Absatz:

"Unsere Prüfungen haben ergeben, dass Sie uns am 19.11.2010 telefonisch beauftragt haben, den Tele2 Sorglos Tarif einzurichten. Dieser hat eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten. Dies wurde Ihnen in unserem Schreiben vom 24.10.2010 schriftlich bestätigt. Ein telefonischer Auftrag gilt im juristischen Sinne als eindeutige Willenserklärung." 

Das stimmt wohl, wenn es denn eine Willenserklärung wirklich gegeben hat. Im Telefonat am 19.11.2010 durch den Tele2-Outbound initiiert, äußerte meint Vater sich wie folgt:

"Ja senden Sie mir doch bitte erst einmal die Vertragsunterlagen schriftlich zur Einsicht."

Es fiel das Wort "Ja" - Juhu ein Abschluss dachte wohl der Outboundmitarbeiter. Ob diese Aussage meines Vaters aber juristisch wirklich eine klare und deutliche Willenserklärung im obigen Sinne darstellt, wage ich sehr vorsichtig zwar, aber immerhin zu bezweifeln.

Nun habe ich es ja mit einem sehr findigen Mitarbeiter auf der anderen Seite zu tun. Sicherheitshalber sollte man hier wohl dann auch die Frage stellen, wenn eine Kündigung zum 24.11.2012 nun bestätigt wird., ist dann auch wirklich davon auszugehen, dass mit dieser Kündigung das Vertragsverhältnis auch endet? Bestätigt worden ist das vom Tele2-Kundenservice auch am 19.01.2012 nicht.  Ich meine nur, der Klarheit wegen und aus rein juristischen Erwägungen. 
Aber diese Frage werde nicht ich stellen. Diese Frage und sicherlich weitere, stellt nun doch ein Anwalt

Nachtrag:
Auf einer digitalen Vergroesserung der Seite mit dem Schreiben vom 24.11.2010, konnte ich nun den Zusatz "Kopie" erkennen. Es in dieser Art zu tun, ist legitim und ueblich. Persoenlich halte ich es aber fuer nicht sehr fair, da der Aufdruck nicht sehr deutlich zu sehen ist.
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