Augen-auf beim Online-Raten-Kauf nicht nur auf #OTTO.de

veröffentlicht um 24.01.2012, 10:00 von Peter Georgi   [ aktualisiert: 24.01.2012, 10:09 ]
Ratenkäufe sind verlockend und gerade das wissen auch online tätige Versandhäuser. Der klassische Ratenkauf per Katalog wandert somit auch in den Onlineshop. Nicht 1:1 sondern 1:1(+1) - denn Mehrwert muss sein.
Eine Vorteil hat dieser Onlinekauf in jedem Falle gegen über dem Katalogkauf des Kunden: Der Kunde hat -prinzipiell - die Möglichkeit, seine Ratenzahlungseingänge und damit den Tilgungsfortschritt in seinem Kundenaccount permanent verfolgen zu können. Beim Katalogkauf muss der Kunde hierfür immer auf einen entsprechenden Kontoauszug per Post warten.
Was ich bei diesen "online-Kontoauszügen" vermisse, ist eine aus meiner Sicht simple Zuordnung: tätigt der Kunde mehrere Ratenkäufe, sollte es möglich sein, dem Kunden nicht nur wie üblich, den Fortschritt seiner gesamten Tilgung [ denn die einzelnen Ratenkäufe werden in der Regel zu einem Gesamtkreditrahmen zusammengefasst ] zu verfolgen. Es sollte auch möglich sein, dem Kunden den Fortschritt seiner einzelnen Ratenkäufe transparent darzustellen. Das ist auch gar nicht so schwer, wenn Versandhändler [ der sich hier eh schon wie eine Bank quasi verhält, denn er kreditiert gegenüber dem Kunden den oder die Käufe ] und Kunde gemeinsam an eine Regelung halten: 

Da jeder Kauf einem Rechnungsbeleg beim Händler zugeordnet ist, muss der Kunde jede Ratenzahlung zu dem Kauf dann zusätzlich zur Kundennummer auch dem Rechnungsbeleg zuordnen, dem seine Rateneinzahlung gilt.

Macht der Kunde dies, sollte der Versandhändler auch die Möglichkeit der Selektion nach Ratenkaufbelegen dem Kunden geben, wenn dieser seinen Fortschritt im Onlinekonto nachvollziehen will. Macht der Kunde die Angabe des Rechnungsbeleges in der Zahlung zum Kundenkonto nicht, dann gilt: 

zugunsten des gesamten Kundenkontos und innerhalb des Belegrankings: first-in-first-out, sprich zuerst werden die alten Forderungen bedient, dann die neuen. 

Auch hier sollte dem Kunden eine entsprechende Selektionsoption gegeben sein. Erst Recht aber einem "Berater" des Versandhändlers, der eigens auf Bitte des Kunden zu diesem kommt, um "Kontenklärungen mit dem Kunden vorzunehmen". Zumindest bei OTTO.de können dies weder Kunde in seinem online Kundenaccount, noch offenbar "Berater" zum "Klärungstermin". Ich finde das ist schlecht für eine Bank, die in den "Augen des Kunden" sich als solche nicht gleich zu erkennen gibt. Der Versandhändler ist nämlich quasi eine solche. Weiterhin bietet er mittels "Opt-in / Opt-out - Lösung" dem Kunden auch immer eine "Restschuldversicherung" mit an. Da alle Käufe des Kunden dann auch in einem gesamten Kundenkreditrahmen zusammen laufen, kann der Kunde zuerst allen diesen Angeboten fleissig widerstehen. Tut er es einmal nicht, gilt diese "Restschuldversicherung" für alle Ratenkäufe und nicht nur für den einen bei dem man der Versicherung zustimmte. Diese "Restschuldversicherung" erlischt selbst dann nicht, wenn alles Raten dieses Ratenkaufes längst gezahlt worden sind.

Fair? - Naja!?  Umsatz lohnend vor allem für den Händler, der ja eigentlich hier in erster Linie Bank und Versicherer ist. Transparent für den Kunden auf keinen Fall. 
Wäre man nur Händler, wäre man für Transparenz. Da man aber Bank und Versicherer auch noch sein will
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